Mikaël Serre

  • 100 years after the beginning of World War I, it’s not difficult to be a pilot in WWI. All you need is a smartphone and €2.65 for the app game The Rise of Glory, one of countless variations that make world war into an interactive adventure. The German-French director Mikaël Serre explores the connection between computer game aesthetics and the real story of his family in this biographical lecture performance. The piece’s material consists of documents from Serre’s family history and an as yet unpublished typescript from Georges Wormser, a veteran who passed away in 1978. A smartphone flight through the short 20th Century …

  • Mise en scène et Conception  Mikaël Serre
  • Interprétation Mikaël Serre
  • Musicien Nils Ostendorf
  • Vidéo Sébastien Dupouey
  • Lumière Sébastien Dupouey
  • Musique originale Nils Ostendorf
  • Dramaturgie Holger Kuhla

Avec

  • Mikaël Serre (Sébastien Dupouey, Nils Ostendorf)

  • Production Maxim Gorki Theater, Berlin

DER FREITAG

Von Madeleine Richter

« Während der App-Performance „The Rise of Glory“ ist man dann plötzlich ganz nah dran. Der französische Soldat und Flieger Pierre Demarzé schrieb von der Front Briefe an seine kleine Schwester. Sein Nachfahre Mikaël Serre liest diese laut vor. Es scheint, als suche auch er selbst nach Antworten und einem Zugang zu dem Thema(…)Das Schizophrene am heutigen Umgang mit dem Ersten Weltkrieg wird deutlich, als sich das Flugzeug der Spiel-App Rise of Glory unter Maschinengewehrsalven zu den Abschiedsworten aus Demarzés letztem Brief in den Boden rammt. Unterhaltung und Erinnerung verschmelzen. Und deutlich wird, wie wichtig persönliche Geschichten Einzelner für das Verstehen eines Kriegs sind. Alles andere ist zu abstrakt, zu weit weg. »

BERLINER ZEITUNG

Von

« Serre findet über ein historisch inspiriertes Smartphone-Spiel in die Vergangenheit und lädt die gedankenlose Fliegerei und Abschießerei in einer rührend ausgeklügelten Bild- und Klangcollage mit Originalbriefen, -fotos und -requisiten immer mehr auf − und steigert sich zu einem obskuren Trauervoodoo-Ritual. Stark, wie man zwischendurch auch hier als Publikum die Einsamkeit eines Soldaten fast körperlich zu spüren bekommt. Dann nämlich, wenn Serre seine im Internet ersteigerte Gasmaske aufsetzt, Nebel in den Raum strömt und auf der Leinwand per Doppelbelichtung und mit dumpfen Gluckersound das Schlachtfeld von Verdun zur Unterwasserwelt wird. Eben haben wir noch über den Ebay-Satz „Profitez de votre masque à gaz!“ gelacht − und schon bekommt man Atemnot. »