Albert Camus

  • Albert Camus’ berühmter Roman Der Fremde erzählt mit bestechender Nüchternheit die Geschichte eines jungen in Algier lebenden Franzosen, welcher nach einem Lebensalltag ohne drastische Amplituden zum Mörder an einem Araber und zum Tode verurteilt wird. Der junge französische Regisseur, Mikaël Serre, nähert sich diesem Stoff über die Frage nach einem grundlegenden Identitätsverständnis. Ist der Fremde des Romans ein isoliertes Individuum, das sich einem kollektiven Schicksal gegenüber sieht? Erwächst Identität aus einer Kette von Zufällen, Entwurzelungsmomenten, persönlichen Begegnungen oder ist sie determiniert durch Geschichte, Ideologie, politische Entscheidungen – also ein Konstrukt?In seinem Werk Der Mythos des Sisyphos schreibt Camus: „Alle großen Taten und alle großen Gedanken haben einen lächerlichen Anfang. Die bedeutenden Werke werden oft an einer Straßenbiegung oder im Eingang eines Restaurants geboren. So ist es auch mit der Absurdität“.  Vor dem Hintergrund dieses Spagats zeichnet Serres Inszenierung eine filigrane, fragmentarische Skizze des „Fremden“, dessen Triebfeder und Lebensentwurf sich auf das Unzugängliche, Nicht-Fassbare gründen.

  • Albert Camus, Der Fremde (1937) Basierend auf dem gleichnamigen Roman
  • Mise en scène et Conception Mikaël Serre
  • Adaptation Ralf Fiedler (Theater Basel)
  • Dramaturgie Andrea Koschwitz
  • Scénographie et Costumes Vera Koch
  • Vidéo Mikaël Serre

Avec

  • Johannes Kühn et Leon Ullrich

  • Production Maxim Gorki Theater, Berlin


BERLINER MORGENPOST

Im Foyer des Maxim Gorki inszeniert der junge französische Regisseur Mikael Serre Camus’ « Fremden » mit zwei Schauspielern und stellt Fragen nach der Identität und wie man zum Mörder wird. Die Hauptfigur besitzt, wenn man so will, zwei Persönlichkeiten: da ist der etwas gleichgültige
Angestellte und dann der Mörder, der bei gleißender Hitze einen Algerier am Strand erschießt. Die Aufführung hält sich an den Originaltext,
in komprimierter Form.

ZITTY

Tobias Schwartz

Der französische Regisseur Mikael Serre, der Stücke vön Marius von Mayenburg übersetzt und in Paris aufgeführt hat, ist für
ein halbes Jahr in Berlin und Gast am Gorki. Albert Camus Roman. Der Fremde der die Geschichte eines jungen, in Algier lebenden
franzosen erzahlt, der als rolge einer zutalligen Verkettung von Ereignissen einen Araber totet. Dem Existenzialisten Camus geht es um de Frage, wieldentitäten beschaften sind, durch welche Bilder, historischen konstellationen oder ben Aneinanderreinungen von Zufällen. Publikum gerichtete Deklamation. Sie treten zunachst als Cowboys auf, um sich dann zu schminken, Perücken aufzusetzen, sich
in Clowns der Mephistopheles-Verschnitte zu verwandeln.